Schmelztechnik

Fritten als Rohstoff in der keramischen Industrie

Der Einsatz von vorgeschmolzenen Glasurrohstoffen, also Fritten in keramischen Glasuren oder Emails, ist heute Voraussetzung für wirtschaftliche Produktion und optimale Qualität keramischer Fliesen oder emaillierter Teile.

Bei ausreichender Verfügbarkeit zu günstigen Bedingungen werden in der Regel diese Fritten zugekauft.

Eine eigene Frittenschmelze kommt in Betracht, wenn

  die Verfügbarkeit von zugekauften Fritten nicht ausreichend gewährleistet ist,
  geeignete Rohstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind,
  die benötigte Frittenmenge groß genug ist, um eine eigene Ofenanlage auszulasten
(mindestens 2.000 bis 3.000 t/Jahr).

Rotationsöfen


Sie laufen im Chargenbetrieb und werden eingesetzt, wenn

  der Frittenbedarf nicht groß ist (max. 5.000 t/Jahr),
  die Einzelmengen klein sind und die Frittensorte häufig wechselt (max. 25 t/Schmelzauftrag),
  besondere technologische Anforderungen vorliegen.

Rotationsöfen laufen im Chargenbetrieb:
  1. Befüllen mit fertiggemischten und gewogenen Rohstoffen aus speziellen Befüllkübeln
  2. Schmelzen in verschiedenen Bewegungsabläufen wie Ruhen, Oszillieren, Drehen etc. und in einem vorgegebenen Zeitablauf
  3. Ablassen und Abschrecken (Granulieren) der Schmelze in einer speziellen Wasservorlage (Granulierungseinrichtung)
Grundausstattung und Ausführung:

  Rotationsöfen, das sind Stahlblechofenschalen, innen mit feuerfester Stampfmasse ausgekleidet, ausgestattet mit Laufrollen und elektrischem Antrieb
  Brennereinrichtung für Gas/Luft- oder Gas/Sauerstoffbefeuerung, in Sonderfällen auch für Ölbefeuerung
  Befüllkübel aus Stahlblech mit Bodenverschluß
  Beschickungsbühne mit Hubvorrichtung für die Befüllkübel
  Frittengranulierungseinrichtung (Wasserabschreckvorlage) und zwar stationär oder fahrbar ausgeführt einschließlich Frittentransportbehälter aus Edelstahl



Kontiöfen

Sie arbeiten kontinuierlich und werden eingesetzt, wenn

  der Frittenbedarf groß ist (ab ca. 5.000 t/Jahr),
  die Einzelmengen mindestens 3 -50 t/Schmelzauftrag betragen und die Frittensorte nicht häufig gewechselt werden muß.

Konti-Schmelzöfen sind mit feuerfestem Ausmauerungsmaterial ausgekleidete Wannenöfen
  1. Die fertig gemischten Rohgemenge werden mittels einer hitzebeständigen Dosiereinrichtung kontinuierlich in den Ofen gefördert
  2. Die Schmelze wird entweder im Wasserbad abgeschreckt (nassgranuliert) oder trocken abgeschreckt über Kühlwalzen (Flakes)
Grundausstattung und Ausführung

  Wannenöfen mit feuerfester Auskleidung der Schmelzwanne aus speziellem schmelzgegossenem Material
  Brennereinrichtung für Gas/Luft- oder Gas/Sauerstoffbefeuerung in Sonderfällen auch ölbefeuert. Die Anzahl der Brenner richtet sich nach der Ofengröße und der Befeuerungsart
  Rohstoffgemengebunker mit hitzebeständiger Dosiereinrichtung
  Frittengranuliereinrichtung - als Wasserabschreckvorlage mit kontinuierlichem Frittentransportbehälter aus Edelstahl